GRETA…

Der Name Greta und der Begriff Klimawandel sind in aller Munde,
leider auch in solchen die es nicht verdienen…

Ich habe mir eigentlich das Ziel auferlegt, mich nicht politisch zu äussern.

Die Erfahrungen die ich jedoch in letzter Zeit sammeln ‚durfte‘ lassen mir aber keine andere Wahl mich zum Thema ‚Greta‘ zu äussern…

Was läuft schief?

Aus der Sicht vieler, nichts.
Die Menschheit geht Ihrem Tun nach, der Geschäftsmann seinem Geschäft – ist also alles so wie es immer war und wohl immer sein soll.

Der Manager managed, der Politiker politisiert, der Jäger jagt, …

Dann kam eine junge Frau…

Irgendwann sah die Menschheit ein Gesicht in den Medien, das Gesicht einer jungen Frau, das Gesicht von Greta Thunberg.

Jeder hat sich gefragt, was macht die in den Nachrichten – oh, hast du gesehen wie die dreinschaut? Die ist aber komisch…

Ja was will denn dieses ‚Kind‘, ich geh zur Toilette, der FCB Match beginnt ja gleich…

Ich muss sagen, dass ich auch nicht unbedingt von Beginn weg Fan von Greta war, ich habe wie so viele die Toilette besucht.

Doch, wer ist Greta?

Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg (Naja, das muss man auch erst mal geniessen 🙂 )

Sie wurde am 3. Januar 2003 in Stockholm geboren und ist die ältere von zwei Töchtern einer Opernsängerin und eines Schauspielers. Bei Ihr wurde das Aperger-Syndrom diagnostiziert.

Ihr Engagement für den Klimaschutz begann laut Wikipedia zunächst damit, zur Energieeinsparung im Haus die Beleuchtung auszuschalten. Später beschloss sie, nicht mehr zu fliegen und sich vegan zu ernähren, und sie überzeugte auch ihre Familie davon.

Was sind Ihre Kernaussagen?

Am UN-Klimagipfel hat Greta eine viel beachtete Rede gehalten. Diesen Satz den Sie in Gremium geschleudert hat, ist für mich DIE Kernaussage die alles zusammenfasst:

„Menschen leiden, Menschen sterben, ganze Ökosysteme kollabieren. Wir sind am Anfang eines Massen-Aussterbens, und alles, worüber Sie reden können, sind Geld und Märchen vom ewigen wirtschaftlichen Wachstum. How dare you?!

Greta Thunberg, 23.9.2019

Tatsache ist, die meisten Politiker der Mitte- und Rechtsparteien setzten nach wie vor auf Wirtschaft und nur selten und dann nur unter dem Druck eine Wahl, auf Umweltschutz.

Greta’s Generation macht mobil

Der Ursprung der Protestbewegung der Jugend liegt im Hitzesommer 2018. Eine bis dahin seltene Hitze- und Dürrewelle hat Europa erfasst. Drei Wochen vor den Wahlen zum schwedischen Reichstag , dem 20. August 2018, dem ersten Schultag nach den Ferien, setzte sich Greta mit einem Schild mit der Aufschrift

Skolstrejk för klimatet

Schulstreik für das Klima

auf die Treppen vor dem Reichstag.

© Anders Hellberg

Viele Schwedische Medien berichteten über Ihren Protest. Sie schaffte es sogar auf die Internetversion des Boulevardblatt Aftonbladet und in die Zeitung Expressen. Greta berichtete die Aktion auf Ihrem Twitter Account – was jedoch noch nicht viel Beachtung fand.

Nach Aussagen dieser Zeitungen kritisierten sowohl Ihre Eltern wie auch Ihre Lehrer diese Aktion, unterbunden haben sie sie allerdings nicht.

Ihren Schulstreik führte Sie bis zu den Reichstagswahlen am 9. September 2018 täglich durch, nach den Wahlen nur noch einmal in der Woche – am Freitag…

Als Klimastreikerin fand Greta Thunberg ab November 2018 Nachahmer, zunächst in Schweden, wo sich bald Schülerinnen und Schüler vor den Rathäusern von rund hundert schwedischen Kommunen ihrem Protest anschlossen.

Es folgten gleichartige Aktionen unter anderem in Australien, Belgien, Frankreich, Finnland und Dänemark. Die Jugendlichen, bei denen die Botschaft Thunbergs, sich die Zukunft nicht stehlen zu lassen, Anklang fand und findet, organisieren sich unter dem Hashtag #FridaysForFuture.

Die Fangemeinde wächst

Von Beginn an war klar, hier wächst Etwas das die Generationen scheiden wird. Greta – unverbraucht und authentisch – wird nicht bei jedem Erwachsenen auf Gegenliebe stossen. Der Grund hierfür ist mir klar, Greta spricht Dinge an die manch Erwachsener eigentlich schon lange aus den Nachrichten und den Zeitungen mitbekommen hat, Dinge die Ihm also bekannt sein sollten, Dinge die er aber bewusst vor sich versteckt hat:

Die ungeschönte Wahrheit über den Zustand unseres Planeten...

In der Politik wurde Greta alsbald von den bürgerlichen Parteien als ‚Kind‘ abgetan das da wohl seine kindlichen Fantasien kundtut. Manchem Politiker mag es bis heute noch komisch vorkommen, dass ein Mensch – so jung er auch sein mag – auch ohne grosse Lobby eine Meinung vertritt und oh Wunder auch noch Zuhörer findet.

Doch Kind hin oder her, fehlende Lobby und auch einem Gegenwind aus der Politik widerstehend, ein Gegenwind der von Beginn an auf einem Niveau stattgefunden hat, für das ich mich als Schweizer Bürger heute noch schäme, hat diese junge Frau einen Keim gepflanzt der auf fruchtbaren Grund gefallen ist – die Jungen und Aufgeschlossenen der Gesellschaft.

Gretas Positionen

Ihre Basisposition ist einfach und verständlich

Die Politik tut viel zu wenig für den Klimaschutz und handelt damit unverantwortlich…

Sie argumentiert mit der Aussage, dass reiche Länder umso mehr in der Verpflichtung stehen den Klimawandel zu bekämpfen – kann man meiner Meinung nach so stehen lassen!

Ihr Verweis auf die seit 1995 stattfindenden Klimakonferenzen und den trotzdem steigenden Emissionen an Treibhausgasen, sieht Sie zu recht als Versagen der Politik – Ihre Aussage das sich ‚Politiker unverantwortlich wie kleine Kinder‘ verhalten kann ich hingegen nicht unterstützen! Kleine Kinder handeln aus meiner Sicht verantwortungsvoller…

Reiche Länder sollen durch die Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen auf Null (innerhalb sechs bis zwölf Jahren), ermöglichen, dass arme Länder wie Indien oder Nigeria eine klimaneutrale Infrastruktur aufbauen können. Die ist Bestandteil des Pariser Klimaabkommen

Die Menschen sollen durch zivilen Ungehorsam diesen Systemwechsel erwirken – das Ziel: Keine Förderung mehr von fossilen Brennstoffen.

Alt – Jung

Ein Hauptkritikpunk – einen den ich je länger je mehr verstehe ist folgender:

Es sei die Aufgabe der Jugend, zu verstehen, was ihr die ältere Generation mit dem Klimawandel angetan habe, und das Chaos aufzuräumen, mit dem ihre Generation leben müsse.

Daher müssten junge Menschen nun selbst dafür sorgen, dass ihre Stimmen gehört würden. Hingegen werde sie die Spitzenpolitiker nicht weiter anflehen, sich um die Zukunft der jungen Generation zu kümmern.

Vielmehr werde sie ihnen klarmachen, dass es zu Änderungen komme, ob sie wollten oder nicht. Ihr eigener Protest, der rasch Nachahmung in aller Welt gefunden habe, zeige, dass niemand zu unbedeutend sei, um etwas zu bewegen.

Schlüsselzitate

Was ich auf dieser Konferenz zu erreichen hoffe, ist die Erkenntnis, dass wir einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sind. Dies ist die grösste Krise, in der sich die Menschheit je befunden hat. Zuerst müssen wir dies erkennen und dann so schnell wie möglich etwas tun, um die Emissionen aufzuhalten, und versuchen, das zu retten, was wir noch retten können.

Greta Thunberg auf der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018

Einige Leute sagen, dass ich studieren sollte, um Klimawissenschaftlerin zu werden, damit ich ‚die Klimakrise lösen‘ kann. Aber die Klimakrise ist bereits gelöst. Wir haben bereits alle Fakten und Lösungen. Alles, was wir tun müssen, ist, aufzuwachen und uns zu verändern.

Greta Thunberg: Rede bei der “Declaration of Rebellion” in London 31. Oktober 2018

Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr Erwachsenen von uns verlangt. Aber wir ahmen euch nach. Und weil ihr Erwachsenen euch nicht für meine Zukunft interessiert, werde ich eure Regeln nicht beachten.

Greta Thunberg: 3. Dezember 2018

Wir Kinder tun normalerweise nicht das, was Erwachsene uns sagen. Wir tun es ihnen nach. Und nachdem ihr auf meine Zukunft scheisst, scheisse ich auch darauf.

Greta Thunberg: 30. Januar 2019

Die Politiker sind in den Alarmzustand versetzt…

Nun beginnt die Schlammschlacht…

Die ‚Zielperson‘ Greta

Mit Ihrem emotionalen Auftreten und den Forderungen die Greta unverblümt und und zu Recht stellt, eckt Sie bei diversen Personen und politischen Richtungen an, das war zu erwarten…

Was sich aber abspielt ist ein Zeugnis der menschlichen Ignoranz und Dummheit!

Das grösste Problem ist nun die ‚Person‘ Greta. Wieder werden Augen bewusst verschlossen und der Verstand – sofern vorhanden – wird in den Hass-Modus umgestellt. Nicht der Klimawandel ist nun das Problem, es ist Greta, die Person die darüber spricht.

Darf man mit 15 Jahren schon laut denken?

Viele Politiker der Mittel- und Rechtsparteien konnten und können sich scheinbar nicht vorstellen, dass eine Jugendliche nicht nur an Online Spiele denkt sondern sich auch Sorgen über seine Zukunft macht. Sorgen die über die ’normalen‘ Probleme eines Jugendlichen in diesem Alter hinausgehen – weit hinaus.

Was Greta fordert ist das was Sie fordern muss: Ihre Zukunft auf einem Planeten auf dem noch Leben möglich ist.

Das dies bei den oben genannten politischen Richtungen nicht gut ankommt ist leider eine Tatsache. Es geht aber nicht ohne Regulierung und Einschränkungen weiter. Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft ins unendliche wächst und die Natur und der Planet dabei auf der Strecke bleibt…

Es geht hier nicht um Bevormundung und um Einschränkung, es geht schlicht Wegs um das Überleben der Menschheit.

Symbolisch für die Problematik ist die demoskopische Analyse des ‚Typischen‘ Greta Gegners:

  • Politisch eher Rechts.
  • Nicht mehr sehr Jung.
  • Lebt in guten Verhältnissen.

Es gibt dann noch die grosse Zahl von Parteigängern, die munter die Meinung Ihrer Partei vertreten ohne sich selbst Gedanken zu diesem Thema gemacht zu haben – dies ist das schlimmste Segment…

Die Politik biedert sich an

Aus meiner Sicht ein ganz Spezielles wenn auch typisches Verhalten hat eine der grossen wirtschaftfreundlichen Parteien, die FDP, an den Tag gelegt.

Auf beinahe schon peinliche Art und Weise wurde im Wahlkampf zu den Stände- und Nationalratswahlen 2019 der Klimaschutz zum Thema.

Es bleibt nun abzuwarten was die Freisinnigen sagen, wenn es um Gesetze geht, die auch mal gegen das hochgelobte ‚Gewerbe‘ abzielen.

Das Positionspapier das die FDP ‚auf Druck der Basis‘ verabschiedet hat, zeigt ein paar interessante Punkte auf – schauen wir ob Taten folgen…

Eine Partei versteht das Problem immer noch nicht…

Eine Aussage die an Dummheit und Ignoranz nur sehr schwer zu überbieten ist, hat die SVP mit Ihrem Vorzeigepräsidenten Alber Rösti gemacht.

Albert Rösti: «Ich habe Freude am schönen Wetter»

Wenn man sich Ihr ‚Parteiprogramm‚ ansieht muss man sagen „Respekt vor soviel Ignoranz!“

Linker Verbotswahn und fundamentalistischer Staats- und Erziehungszwang sind schlechte Ratgeber.

Ausschnitt aus dem SVP Parteiprogramm…

Ja liebe SVP, das hat bis jetzt wunderbar geklappt!

Noch eine kurze Bemerkung zu Herrn Rösti

Wer hier einen Hintergedanken hat, naja, denken ist nicht verboten!
Speziell finde ich es das Herr Rösti seine Parlamentsmailadresse hier verwendet…

Die grüne Welle erfasst die Schweiz

Die letzten Wahlen haben es deutlich gemacht, Greta ob man Sie mag oder nicht, hat etwas bewegt! Die grüne Partei hat erfreulicherweise mächtig an Stimmen zugelegt.
Mitteparteien wie die CVP und FDP müssen sich plötzlich Fragen stellen die sie nicht gewohnt sind – ein grüner Bundesrat!


Aber wir wollen an der Konkordanz nicht rütteln, sie hat uns viel Stabilität gebracht.

Resümee

Der Klimawandel ist auch und vielleicht nur wegen Ihr in aller Munde und in der Presse.

„Wie könnt ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weitermacht wie vorher – und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?“

Rede vor UN-Klimagipfel, 23. September 2019

Dies Aussage vor dem UN-Klimagipfel hat so einiges in Bewegung gesetzt. Immer noch wird Greta auf Ihr Alter, ihr Geschlecht oder ihre Krankheit reduziert – die wohl mehrheitlich um einer sachlichen Diskussion mit Ihr aus dem Weg zu gehen.

Viele Leute sehen in Greta Thunberg ein junges Mädchen das hier und da mal etwas Protest macht. Viele jüngere Menschen und solche die sich Sorgen um die klimatische Zukunft unseres Planeten machen, sehen aber etwas ganz anderes.

Ein junger Mensch der die Fakten genau kennt und sie in 
prägnante, einfache und kurze Botschaften verpacken kann

Mein persönliches Schlusswort

Der Klimawandel ist eine Tatsache.

Wer dies heute noch verleugnet oder findet die heutigen Massnahmen seinen ausreichend den Klimawandel zu bekämpfen, hat aus meiner Sicht einen politisch verbohrten Blick auf die Umwelt wie sie sich uns heute bietet oder eine Verdrängungsmentalität die sondergleichen ist.

Ich bin praktisch täglich in der Natur unterwegs, seht Euch um, die Schäden die durch den Klimawandel entstehen bzw. schon entstanden sind, werde täglich grösser…