Biodiversität – wenig ist schon mal ein Anfang…

Man kann den Begriff Biodiversität mit sechs Worten definieren :
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens.

Schöne Aussicht

Der Grund warum dieser Artikel entstanden ist, liegt in einem Mittagsspaziergang mit Lilo. Wir sind wie schon so oft in der Ermitage bei Arlesheim unterwegs. Ein Ort den ich nur jedem Empfehlen kann!

Auf Höhe des Wetzstapfel – also am hinteren Ende der Ermitage, konnte ich folgendes festhalten:

Interessant ist nicht das was weg ist, das Gute ist das was noch steht!

Der Bauer hat hier das absolut Richtige getan, das Feld wurde sicher nach einer Rehkitz-Suche fachgerecht gemäht. Aber es wurden Streifen stehen gelassen in denen sich Klein- und Kleinstlebewesen aufhalten können.
Es wundert in diesem Fall nicht besonders, die Ermitage ist ein Naturschutzgebiet und wird Fachgerecht betreut…

Was ist „Biodiversität“ eigentlich?

Nun, Biodiversität beschreibt die Vielfalt des Lebens – nicht mehr aber auch nicht weniger.

Diese Vielfalt lässt sich auf drei Ebenen beschreiben:

  • Vielfalt der Ökosysteme (Lebensräume wie Wasser, Wald, Alpiner Raum)
  • Vielfalt der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen)
  • Vielfalt der Gene (Rassen oder Sorten von wildlebenden und genutzten Arten)

Als vierte Ebene wird als „funktionelle Biodiversität“ die Vielfalt der Wechselbeziehungen innerhalb und zwischen den oben genannten drei Ebenen betrachtet.

Mehr wie nur ein Wort

Biodiversität ist nicht nur ein Wort! Biodiversität ist ein Begriff der im Völkerrecht verankert ist, in einem Kontext der für unser Land eigentlich bindend ist…

Im Originaltext der Konvention über biologische Vielfalt CBD (Artikel 2: Begriffsbestimmung) bedeutet biologische Vielfalt (oder kurz: Biodiversität):

die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt

Es ist dieses Netz, das zutage tritt, wenn man beispielsweise komplexe Nahrungsketten untersucht, angefangen bei der Photosynthese über Pflanzenfresser bis zu hoch spezialisierten Raubtieren.

Ökosysteme bieten Lebensräume für Tausende oder gar Millionen von Pflanzen- und Tierarten, Pilzen und Mikroorganismen. Aus Sicht des Menschen erbringen die Ökosysteme existenzielle Leistungen. So entsteht etwa aus Niederschlägen während dem Versickern durch den Waldboden Trinkwasser; Bodenorganismen erhalten die Fruchtbarkeit für den Anbau von Nahrungsmitteln. In Zahlen ausgedrückt generieren die Ökosysteme der Erde nach einer Schätzung jährlich den ökonomischen Wert von 16‘000 bis 54‘000 Milliarden Dollar.

Arten sind die lebenden Bausteine der Ökosysteme. Manch eine Art kann unbemerkt verschwinden, ohne dass das Netz des Lebens seine Tragfähigkeit verliert, weil beispielsweise ähnliche Arten einspringen und die gleiche Funktion übernehmen. Wenn jedoch bestimmte Schlüsselarten verloren gehen, werden ganze System instabil. Der Lebensraum verändert sich auch für andere Organismen und lebenswichtige Leistungen können versiegen. Solche Wechselwirkungen sind in Ökosystemen sehr vielfältig und schwierig vorauszusagen. Die genaue Beobachtung der Artenvielfalt kann jedoch wichtige Hinweise zum Zustand der Ökosysteme geben.

Arten verschwinden nicht von einem Tag auf den anderen. Ihr Rückgang ist meist ein allmählicher Vorgang. So stehen manche Arten Jahrzehntelang auf Roten Listen. Die Populationen solcher Arten sind meistens klein und isoliert. Inzucht kann ihre Vermehrung in Frage stellen, weil die genetische Vielfalt anderer, räumlich vernetzter Populationen fehlt.

Auch die Reaktionsfähigkeit der Ökosysteme auf Extremsituationen – z.B. Dürren oder Krankheitsausbrüche – kann durch den Mangel genetischer Vielfalt eingeschränkt sein: Innerhalb ein und derselben Art gibt es nämlich immer wieder Individuen, die solche Extremereignisse besser tolerieren und somit die Gesamtwirkung dämpfen könnten, wenn die Population genügend gross und vielfältig ist.

Die drei Ebenen der Biodiversität sind eng miteinander verknüpft. Die Arten brauchen zum Überleben Ökosysteme mit geeigneten Lebensräumen sowie ausreichende genetische Variabilität. Ein Ökosystem seinerseits funktioniert nur dank dem Artenspektrum, das es beherbergt. Eine gute Vernetzung zwischen Lebensräumen wiederum ist Voraussetzung für das Aufrechterhalten der genetischen Vielfalt.

Und die Schweiz?

Wir haben ja eine Bundesverwaltung 🙂
Auf einer sehr informativen Webseite beim BAFU ist festgehalten, wie die Biodiversität in der Schweiz gefördert werden soll:

Themen die zum Teil tief in die Zukunft reichen. Sehr interessant sich dies anzusehen…

Kommentar verfassen